re:future Lab featuring

Barbara Green

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Barbara Green, Portrait
Barbara Green, Portrait

Foto: Meike Kenn

Studiovisit zum Buchprojekt von Barbara Green und Meike Kenn
Studiovisit zum Buchprojekt von Barbara Green und Meike Kenn

Foto: Meike Kenn

Ausstellungsansicht: MEMORIES OF NOW, 2020
Ausstellungsansicht: MEMORIES OF NOW, 2020

Foto: Merle Büttner

Barbara Green, Portrait
Barbara Green, Portrait

Foto: Meike Kenn

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MADELEINE SCHWINGE:

Kann Kunst und Kultur gesellschaftlichen Wandel fördern und welche Rolle könnten dabei insbesondere Künstler*innen und ihr Werk einnehmen? Könnte man sogar von einer führenden Rolle sprechen?

BARBARA GREEN:

Kunst ist Teil unserer Gesellschaft und beeinflusst diese zwangsläufig. Gleichzeitig dient sie auch als Spiegel einer Gesellschaft, sie ist eine Form der Reflexion, schafft emotionale Beziehungen. Das geschieht im Kleinen wie im Großen. In Metropolen und auf dem Land. Blickt man zurück, dann erkennt man, dass die Künste in der Menschheitsgeschichte fortlaufend eine führende Rolle übernommen haben.

Ich switche mal kurz durch die Zeit:
In Florenz als einer der Ursprungsorte der Renaissance fungierte Michelangelos David als Sinnbild für die damalige politische aber auch kulturelle Situation der Stadt. Der Vorherrschaft der Medici wurde zeitweilig ein Ende gesetzt und dem Sieg über den Adel und dem neu gewonnen Selbstverständnis der Bürger:innen ein Denkmal gesetzt. So hat jede Epoche ihre Kunstzentren, von denen starke Impulse ausgehen. Im geteilten Deutschland war Düsseldorf bedeutend, nicht zuletzt durch Joseph Beuys, der in den Sechziger- und Siebzigerjahren mit Kunstaktionen und Happenings zum „erweiterten Kunstbegriff“ und der „sozialen Plastik“ für viele Kontroversen sorgte und damit die Gesellschaft aktiv verändern und zur Partizipation auffordern wollte. In der ehemaligen DDR waren Künstler:innen aller Sparten an der friedlichen Revolution beteiligt.

Für viele junge Mädchen und Frauen sendete Madonna in den Neunzigerjahren starke Signale, was das eigene Selbstbild betrifft. “Justify My Love” setzte 1990 dem in den Medien vorherrschenden Typ Frau, der entweder süß oder sexy zu sein hatte, eine sehr provokante Form der (sexuellen) Selbstbestimmtheit gegenüber und bricht damit normative Sehgewohnheiten auf. Der Begriff Empowerment war zu dieser

Zeit nicht gängig, ich selbst habe mich aber empowert gefühlt.

Ein anderes Video von Madonna, „Like a

Prayer“, wendete sich 1989 gegen Rassismus und zeigt einen schwarzen Jesus und brennende Kreuze. Die katholische Kirche rief daraufhin zum Boykott der Musikerin auf, Pepsi kündigt den Werbevertrag – doch 2005 wählten MTV Zuschauer den Clip zum "bahnbrechendsten Musikvideo aller Zeiten". Ein Signal, dass sich die Message von Künstler:innen gegen jegliche Widrigkeiten und Machtverhältnisse durchsetzen

kann.

Um zurück auf Deine Frage zu kommen: Hat Kunst gesellschaftsveränderndes Potenzial? Auf jeden Fall.

 

 

MS:

Angesichts der radikalen Veränderungen und Krisen, die unsere Epoche prägen, dürfen wir es da überhaupt wagen, auf eine bessere Zukunft zu hoffen? Und welche Wirkkraft könnte ‚Erzählung’ für die aktive Gestaltung von Zukunft entfalten?

BG:

MS:

Welche Impulse könnten aus einem transdiziplinären Dialog zwischen Kunst, Kultur und anderen Fachgebieten hervorgehen, die die Kraft hätten, gesellschaftlichen Wandel zu fördern? Welche Expert*innen und Disziplinen könnten für deine Arbeit fruchtbar sein?

BG:

MS:

Angenommen es gelänge, eine bessere Welt auf den Ruinen der alten aufzubauen - wie könnte diese neue Welt deiner/ Ihrer Meinung nach aussehen? Was wünschst du dir persönlich für ein besseres Morgen?

BG:

MS:

Es wird oft gesagt, eine besondere Fähigkeit von Künstler*innen und Kreativen sei es, unerschrocken Neues zu wagen und immer wieder auf einem weißen Stück Papier ganz von vorne zu beginnen. Welche Strategien oder Rituale nutzt du persönlich, um mit einem neuen Projekt zu beginnen?

BG:

MS:

Danke, dir liebe Barbara...

The interview was conducted in Juni 2021

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